Geschichte der Schulen in Buchkirchen

Die Volksschule

Bis zum Ausgang des Mittelalters lag das gesamte Unterrichtswesen in der Händen der Kirche. Der Unterricht war damals wohl mehr eine religiöse Unterweisung des Volkes, doch lag in dieser schon der Keim der späteren Volksschule. Konnten doch die Begabteren dabei schon Legen, Schreiben und Rechnen lernen. Für jede Kirche wurde nämlich ein Kantor (=Organist, Chorleiter) angestellt, der neben dem Organisten- und Meß­nerdienst auch die Verpflichtung hatte, den Kindern Unterricht zu erteilen. Sämtliche Schulen in den Kremsmünsterer Pfarreien - also auch in Buchkirchen - wurden vom Stift errichtet und waren bis etwa 1870 in der Regel auch Eigentum derselben.

Ein „Schulmeister“ wurde namentlich erstmals 1598 erwähnt. Im ältesten Matrikenbuch der Pfarre finden sich ein Verzeichnis derjenigen, welche mit dem Allerheiligsten versehen wurden und da heiß es unter anderem:
„Item der Schulmeister ANTONIUS samt seiner Frau. Er ist am 13. Mai 1598 seines Alters 78, gegraben worden.“ 1627 ist im Kirchenrechnungsbuch folgendes notiert: „Kilian Stadler ist für einen Schulmeister und Sänger in der Kirche aufgenommen worden, dagegen ihm 2 Metzen Korn und 1 Metzen Weitzen jähr­lich bewilligt - und der alte Mesner muß seine Mesner-Würd fallen lassen, weil er nicht mehr recht kann.“
1793 gibt es neben dem Lehrer zwar noch einen Gehilfen, aber bis 1843 nur ein Schulzimmer. Die Schüler der zweiten Klasse wurden im Sommer im Vorhaus, im Winter im Wohnzimmer des Lehrers unterrichtet. Erst 1876 wurde die Schule mit großen finanziellen Opfern erweitert. Noch hatten die Schüler des 8. Schuljahres nur im Winter und da nur 3 Stunden wöchentlich Unterricht.
1888 scheint der erste gebürtige Buchkirchner als Unterlehrer auf und seit 1894 gab es - mit Unterbrechun­gen - eine „ganz geregelte Suppenanstalt für arme Schulkinder“ - damals im Gasthaus Nagl (=Schuh). Diese Suppenanstalt dauerte z.B. 1921 vom 10. Jänner bis zum 18. Februar, und es wurden täglich 58 bis 74 Kinder mit Erbsensuppe und Brot beteilt. Die Schule war vierklassig und die erste Klasse zählte 1910 noch 89 Kinder.
Lehrermangel gab es besonders im ersten Weltkrieg. Die Schule mußte 1917, 1929 und 1942 wegen Holz- und Kohlemangels (viel Schnee, bis - 32 Grad Kälte) fallweise gesperrt werden. 1944 mußte das Schulgebäude für Flüchtlinge geräumt werden und auf 1. Februar 1945 waren ohnedies alle Schulen im Lande geschlossen, die Lehrer anderweitig eingesetzt.
Im Herbst 1945 bestand neben der vierklassigen Volksschule - Gesamtschülerzahl 270 - auch noch eine ein­klassige Flüchtlings-schule. Bis 1949 stieg die Schülerzahl auf 346 an und es wurden 9 Klassen geführt, 1950 schon 10. Die Klassen waren auf drei auseinanderliegende Gebäude verteilt und ein Schulbau war dringend fällig. 1960 wurde das heutige Volksschulgebäude mit einem Festakt eröffnet. Nach Auflassung der Oberstufe hat die Volksschule nun 8 Klassen und eine Vorschulklasse.

Sie wurde von nach dem Krieg von folgenden Direktoren geleitet:
1945 bis 1967           Dir. Wilhelm Wawra
1967 bis 1985          OSR Dr. Walter Deßl (war schon seit 1946 an der Schule tätig)
1985 bis 1996          Dir. Hildegunde Bortenschlager
1996 bis 2011           Dir. Gabriele Mayr 
2011 bis lfd.            Dir. Maria Zaininger 

Die Hauptschule

In der Größenordnung der 24 Gemeinden des Bezirkes Wels-Land steht Buchkirchen an 6. Stelle und schon bei der Planung der Volksschule wurde an den Anbau einer Hauptschule gedacht. 1967 wurde mit der Führung der ersten Hauptschulklasse begonnen; bis 1970 waren es drei Klassen, die in der neuen Volksschule und darauf, nach Sanierungsarbeiten, in der alten Volksschule untergebracht waren. Der Beschluß zum Neubau einer Haupt­schule wurde 1970 gefaßt. Die Raumnot wurde immer drückender, mußten 1972 doch schon 8 Hauptschulklas­sen untergebracht werden. Erst 1976/77 war es so weit; der Neubau hatte etwa 28 Millionen Schilling ver­schlungen. Die Hauptschule ist achtklassig gebaut und beherbergt derzeit 11 Klassen. Die allgemein stark sin­kenden Schülerzahlen werden sich in einigen Jahren auch in Buchkirchen bemerkbar machen und dann werden die vorhandenen Räume ausreichen. An der Hauptschule, die derzeit mit dem Schwerpunkt Informatik geführt wird, unter­richten derzeit 20 Lehrer und wird von
Herrn Dir. Siegfried Schmoll geleitet.

Die Hauptschule Buchkirchen haben seit ihrem Bestehen geleitet:

 

in der Zeit   "von - bis" Direktoren
 01. 08. 1967 - 04. 07. 1974 Wilhelm Wawra
05. 07. 1974 - 31. 12. 1976 Josef Moser
01. 01. 1977 - 31. 01. 1979 Johann Schachinger, prov. Leiter
 01. 02. 1979 - 31. 08. 1980 Alfred Schlapschi
01. 09. 1980 - 28. 02. 1982 Johann Schachinger, prov. Leiter
01. 03. 1982 - 31. 08. 1992 August Zirhan
01. 09. 1992 - 31. 08. 1994 Siegfried Schmoll, prov. Leiter
01. 09. 1994 - 31. 08. 1998 Johann Schachinger
01. 09. 1998 - 30. 09. 1998 Siegfried Schmoll, prov. Leiter
01. 10. 1998 bis 30. 08. 2008 Siegfried Schmoll
01. 09. 2008 bis lfd.

Judith Zaglmair 

 

Landwirtschaftl. Fachschule des Landes,
Fachrichtung Hauswirtschaft in Mistelbach

Aus dem Schloß Rannariedl übersiedelte 1886 eine Haushaltungsschule in das Schloß Mistelbach, dessen Besitzer die OÖ. Volkskreditbank war. Das Land Oberösterreich, das in den letzten Jahren beachtliche Mittel für den Ausbau und die Modernisierung der Schule aufgewendet hat, hat die Schule 1978 angekauft.
Sie wurde seit ihrem Bestehen bis vor einigen Jahren von Schwestern vom hl. Kreuz geleitet und hat die Aufgabe, junge, schulentlassene Mädchen für den Beruf als Bäurin und Mutter fachlich vorzubereiten, sie für alle Fragen einer zeitge- rechten Führung eines ländlichen Haushaltes aufzuschließen und ihnen darüber hinaus eine aufrechte Ein­stellung für ihr künftiges Leben zu vermitteln. Die im Internat der Schule untergebrachten Mädchen werden in dem 10 ? Monate dauernden Lehrgang zu Ordnung, Reinlichkeit und Sparsamkeit angehalten und sittlich-religiös erzogen.
Der sehr umfangreiche Lehrplan umfaßt Ernährungs-, Nahrungsmittel- und Kochlehre, Vorratshaltung, Haus­haltsführung, Textilkunde, Schnittzeichnen, Gartenbau, Viehhaltung, Landwirtschaftslehre, Staatsbürgerkunde, Volkstumspflege, Gesundheitslehre, Kinderpflege, Schriftverkehr, Rechnen, Buchhaltung, EDV, Singen, Lei­besübungen, Rechtskunde, usf. Die Mädchen lernen Kochen, Schlachten, Fleischaufbereitung, Konservieren, Wäschepflege, Blumenpflege, Nähen, Stricken, Weben, usf. genau so wie Flechten, Bauernmalerei, Kupfer­arbeiten, Spielzeugherstellung usf. und gehen auch auf Lehrfahrten. Ihr Tagesprogramm ist von 6 Uhr früh bis 8 Uhr abends angefüllt mit theoretischem und praktischem Unterricht, Studierzeit, Feiergestaltung, Sport und Hausarbeiten. Auf Schülerselbst-verwaltung wird großer Wert gelegt. Das Wochenende verbringen die Schülerinnen zu Hause.

 

Musikschule Buchkirchen

Die Musikschule wurde im Jahre 1990 aufgrund des Musikschulplanes als Zweigstelle der Landesmusikschule Marchtrenk eröffnet. Die Räume, welche teilweise für Musikschulzwecke adaptiert wurden, befinden sich teil­weise im Volksschulgebäude, in der ehemaligen Mutterberatung und im Musikheim.
Derzeit werden dort viele SchülerInnen von 13 PädagogInnen für das Erlernen folgender Instrumente unterrichtet:
Blockflöte, Querflöte, Klarinette, Trompete, Flügelhorn, Horn, Tenorhorn, Posaune, Klavier, Akkordeon, Violine, Gitarre, Schlagwerk und vorschulische Musikerziehung. Geleitet wird die Musikschule von Dir. Albin Zaininger, dem Leiter der Landesmusikschule Marchtrenk.