Geschichte

...der Gemeinde Buchkirchen

Aus der Geschichte von Buchkirchen
(zusammengestellt von Dr. Franz Schicklberger)

„Diese Gemeinde liegt in dem östlichen Theile des Hausruckviertels, auf 1 ¾ Stund weit von der Stadt Wels der Straße nach Eferding . . . . hat fast durchgehends einige Anhöhen, welche durch die dazwischen liegenden Thäler eine wellenförmige Lage darstellen“ So berichtet das Josephinische Lagebuch aus dem Jahr 1788 über die Lage der „Gemeinde“ Buchkirchen. Heute hat die Gemeinde nahezu 3.500 Einwohner, sie liegt etwa 350 m über dem Meeresspiegel und umfaßt eine Fläche von 32,18 km².

Wie alt Buchkirchen eigentlich ist, darüber gibt es keine exakten Unterlagen. Urkundlich wird der Name des Ortes erstmals 1179 als „Puehchirichen“ in einem päpstlichen Schreiben erwähnt. Selbst wenn einzelne Teile dieses Papstdiploms zu Gunsten des Klosters Kremsmünster gefälscht sein mögen, die Aussagen, die sich auf Buchkirchen beziehen, dürften aber für die angegebene Zeit zutreffen. Ein jüngeres Dokument berichtet sogar, daß um 1050 (nach anderen Angaben um 1150) ein Vornehmer namens Hertwig ein Grundstück für den Bau einer Kirche gestiftet haben soll. Somit müßten damals schon am Ort oder der näheren Umgebung Siedlungen bestanden haben. Überlegungen, daß die Errichtung einer ersten Kirche in die Zeit der Passauischen Bischöfe Engelmar (874 - 897) und Richar (899 - 903) falle, bleiben wohl Spekulation.

Den Namen „Buchkirchen“ kann man als „Kirche bei einem Buchenwald“ deuten. Eine weniger wahrscheinliche Auslegung bringt den Namen mit „Burg“ in Zusammenhang und vermutet, daß auf dem herausgehobenen Platz der Kirche einst eine Fliehburg oder ein Burgstall sich befunden hat.

Aus Altertum und frühem Mittelalter

Das Gemeindegebiet von Buchkirchen war schon vor der ersten urkundlichen Erwähnung besiedelt. Funde aus mehreren Jahrtausenden bestätigen dies. Erwähnenswert ist eine jungsteinzeitliche Lochaxt mit Schleifspuren aus hellem Serpentin, gefunden in der Hupfau (jetzt im Museum in Wels zu sehen).

In der Römerzeit durchzog eine ausgebaute Straße von Ovilavis (Wels) nach Joviacum (Aschach) über Schicken­häuser, Hirtmair, Lachgraben und Ruhrling das Gemeindegebiet. Aus dieser Zeit fand man z.B. in Niedergrafing eine Münze aus der Zeit Kaiser Mark Aurels (+ 180 n.Chr.). Noch aus vorrömischer Zeit stammen dagegen einige der zahlreichen Hohlwege des Gemeindegebietes und sind als sogenannte Altstraßen anzusehen.

In den Wirren der Völkerwanderungszeit (4. bis 6. Jahrhundert) war das Gebiet Schauplatz durchziehender Völ­ker und wurde arg mitgenommen. Zwei Urnenbruchstücke mit Leichenbrand, die in Niederlaab gefunden wurden, stammen möglicherweise aus dieser Epoche. Ab dem 6. Jahrhundert besiedelten vom Westen her bajuwarische Sippen das Gebiet zwischen Donau und Traun und kultivierten es, nach dem Abzug (488 auf Befehl Okoakers) eines Großteils der romanischen Bevölkerung wieder. In die Bajuwarische Besiedelung weisen noch die alten Ortsnamen mit der Endung „-ing“ und „-heim“ ( „-ham“). Zu ihnen gehören zum Beispiel die Ortschaften Epping, Grafing, Ötzing, Hörling und Hundsham. Im Gegensatz zu den Römern, die Stadtkultur und befestigte Orte bevorzugten, siedelten die Bajuwaren locker verteilt auf dem fruchtbaren Land. Jede „Familie“ hatte ihr eigenes Gebiet, das auch als solches gekennzeichnet war. So könnte man Epping frei übersetzen als „das dem Eppo gehörende (Gebiet)“; Ötzing als „das dem Etzo Zugehörige“ und Hörling als „das dem Herilo Gehörende“.

Etwa 100 Jahre nach der Gründung des Klosters Krems (dem heutigen Kremsmünster) durch Herzog Tassilo III. (777) kam das Gebiet des heutigen Buchkirchen unter den Einfluß des Klosters, das Mission und Koloni- sation vorantrieb. Behindert, ja sogar lahmgelegt wurde die Kolonisation durch die Einfälle der Ungarn im 10. Jahrhundert; denn auch in der Gegend zwischen Wels und Vorchdorf kam es zu Kämpfen. Aus dieser Zeit stammt wahrscheinlich eine alte Befestigungsanlage in der Ortschaft Hartberg, ca. zwei Kilometer nordwestlich von Buchkirchen an der Straße nach Finkelham. Sie war etwa 30 x 45 m und liegt im Mündungswinkel von zwei tiefen, wasserfüh­renden Gerinnen. Ein künstlicher Graben, der heute noch über 2 m tief ist, schützt die Anlage gegen Süden. Die Anlage kam später in den Besitz der Geltinger. Ihr Stammsitz war im Dorfe Gelting (Wallern); sie besaßen auch das Schloß Haiding als Lehen von den Schaunbergern. Schon ca. 1170 ist ein „Ortwin de Geltolfing“ be­kannt. Das Geschlecht starb im 16. Jahrhundert aus.

An der Außenmauer der Pfarrkirche in Wallern ist noch ein Grabstein der Geltinger zu sehen. Heute erinnert ein Hof, der den Namen „Gödingerbauer“ trägt, an die historische Vergangenheit der Gegend. Der Sage nach führte vom Burgstall beim „Gödinger“ ein unterirdischer Gang zum Schloß Haiding. Nach Abwendung der Ungarnstürme durch die entscheidende Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg (955) nahm auch in Buchkirchen das Leben wieder frischen Aufschwung.

Aus dieser Zeit stammt möglicherweise der alte Name der Ortschaft Wörist, der in den ältesten Belegen mit „Wedest“ angegeben ist, und auf den Namen des Heiligen Vedest(us) zurückgehen könnte. Nach dem bekannten Ortsnamensforscher Konrad Schiffmann, stammt der Name Wörist auch nicht erst aus dem 14. Jahrhundert (wie gelegentlich angenommen wurde), sondern geht auf eine weit ältere Grundlage zurück. Wörtlich führt Schiffmann aus: „Es wird wohl einst eine Kapelle zu Ehren des Bischofs, der den König Chlodwig im Christen- tum unterrichtet hat, hier gestanden haben, weil der Chronist des Stiftes Kremsmünster in seinen annalistischen Aufzeichnungen auch das Todesjahr des Heiligen anzugeben sich verlaßt fühlt, was doch nur bei vorhandener liturgischer Beziehung zum Stifte erklärlich ist, dem das Gebiet der Pfarre Buchkirchen mit Einschluß des Dorfes Wörist seit dem 11. Jahrhundert gehörte . . . Wie der heilige Lothar gehört Vedust der ältesten Schicht der Heiligenverehrung in Oberösterreich an. Beide begegnen in Pfarrsprengeln des 777 gegründeten Stiftes Kremsmünster.“

In diese Jahre und Jahrzehnte fallen ferner die Ansiedlungen, deren Namen mit „-berg“, „-bach“, „öder“ oder „öhner“ zusammengesetzt sind. Dazu zählen Hartberg, Ennsberg, Kandlberg, Elend und Öhnerhäuser. Im Zuge der Neuordnung seiner Diözese hielt Bischof Pilgrim von Passau (971 - 991) in dessen Sprengel damals auch der größte Teil des heutigen Oberösterreich gehörten, in Mistelbach (damals: Mistilphc) eine seiner drei Synoden ab.

Angelpunkte der Entwicklung bis zur Neuzeit

Um die Mitte des 12. Jahrhunderts wurde im heutigen Ort Buchkirchen ein Gotteshaus errichtet und von Bischof Konrad von Passau, Jakobus dem Älteren geweiht: sie war Zentrum und Kirchort für die umliegenden Siedlungen. Im Jahr 1218 vertraute Bischof Ulrich von Passe die „Pfarre“ dem Kloster Kremsmünster an; 1291 wurde die Pfarre von Bischof Bernhard von Passau voll dem Kloster unter Abt Friedrich von Aich inkor- poriert, da im Gegenzug Viechtwang an einen Weltpriester abgibt. Zweifelsohne stand aber das Gebiet schon vorher unter dem Einfluß des Klosters, denn bereits 1179 nannte Papst Alexander - wie schon erwähnt - in einem Schutzbrief an die Abtei ein „Puehchirichen“. - Etwas früher, vielleicht um 1162, entstand in Perwendt eine kleine Kirche auf dem Grundstück eines Vornehmen namens Wilbirch. Patron war der Heilige Nikolaus.

Das ehemalige Kloster Garsten erlangte infolge Schenkungen Otakars von Steyr und seines Sohnes, des Mark- grafen Luitpold, 1120 - 1130 den Herrenhof Bercewiniden als dessen Zugehör die nach Garsten dienstbaren Güter Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9, 12 und 13 in Oberperwend zu betrachten sind. Perwend bildete ein eigenes Amt, zu dem die Klosterholden im Hausruck gehörten. Das Gotteshaus in Perwend wurde von Kaiser Josef II. ge­schlossen. Die Räumlichkeiten wurden profaniert und im Laufe der Jahre umgebaut. Buchowiecki schreibt 1950 über die alte Kirche: „Der sockellose, vielfach verputzte Bau, vermutlich ein Feld­steingefüge, besteht aus einem 6,15 Meter breiten und 12,66 Meter langen Schiff, in dessen unveränderter Nordwand noch vermauerte Barockfenster erkennbar sind. Der (vielleicht nicht ursprüngliche) Chorraum ist ein kreuzgewölbtes Breitrechteck, 4,32 Meter lang und 5,67 Meter breit. Es wäre dringend zu wünschen, daß sich die Denkmalpflege dieses Bauwerks annähme und wenigstens die Äußeren Putzschichten entfernen ließe, wo­durch unserem Lande eine ihrer urtümlichsten Kirchen der romanischen Zeit wiedergegeben werden könnte.“

1974 wurde das Gebäude zum größten Teil eingelegt und an dessen Stelle ein neuer Bau errichtet. Der Friedhof lag westlich des Kirchleins. Beim Silobau hat man Knochen gefunden; auch ist noch ein alter Grabstein mit einem Wappenrelief und stark verwitterter Schrift beim Mayrgut vorhanden.

In einem Urbar des Klosters Kremsmünster scheint der Pfarrhof „Puchchirichin“ 1299 als Amtshof des Stiftes auf. Dem Zehntamt Buchkirchen waren im Jahr 1434 neben Buchkirchen auch die Häuser der Pfarren Schwa­nenstadt, Gunskirchen, Offenhausen, Pichl, Wels, Hörsching, Oftering, Alkoven, Eferding, Peuerbach, Waizenkirchen, St. Marienkirchen und Waldkirchen unterstellt und dienstpflichtig. Oberster Amtsmann war der Pfarrer von Buchkirchen.

Über das Jahr 1238 wissen die Urkunden von einer schrecklichen Heuschreckenplage, die auch unsere Gegend heimgesucht hat und Hungersnot, wie Teuerung in ihrem Gefolge hatte. Gegen Ende der 13. Jahrhunderts gab es starke Bestrebungen von Passauer Seite, Buchkirchen gänzlich den Kloster Kremsmünster zu entziehen. Über- haupt bestand in dieser Zeit eine starke Abhängigkeit des Klosters vom Bischof in Passau. - Um 1315 hatte eine Sekte von Schwärmern, die Lollarden oder auch Adamiten genannt, u.a. in Buchkirchen eine eigene Schule. 1349 herrschte der „Schwarze Tod“, der während des 30-jährigen Krieges wiederkehrte. Auch in den Jahren 1684 und 1742 muß eine verheerende Seuche das heutige Gemeindegebiet heimgesucht haben. 1684 starben 185 und 1742 151 Personen. Die Pfarrmatriken vermerken bis zu 40 Sterbefälle in einem Monat. Es gab Tage mit sechs Toten. Einige der Häuser sind damals buchstäblich ausgestorben. (In Buchkirchen gibt es übrigens seit 1597 Aufzeichnungen der Taufen, Trauungen und Todesfälle. Die Pfarre gehört somit zu den ersten in Oberösterreich, wo dies regelmäßig geschieht.)

Aus dem Jahr 1399 ist ein Sitz in Oberhocherenz erwähnt: „ Albeis der Ruedlinger hat zu Lehen 2 huben die Obern zu Hocherenz.“ Der Sitz wird in der Folgezeit noch mehrmals in Urkunden genannt. - Ein weiterer Herrensitz befand sich in Oberprisching: schon 1155 dürfte es einem gewissen „Ulrich de Bruscinken“ gehört haben. 1313 ist das Gut bezeugt als „daz aigen zu Pruesching der Brüder Lewtolt, Ulrich und Fridrich die Prueschinch“. In Hundsham war Haus Nr. 1 ein landtäflicher Freisitz.

Im Auf und Ab der Neuzeit

Im Jahr 1450 wurden die Kirche und der Pfarrhof ein Raub der Flammen. Um- und Wiederaufbau erfolgten im spätgotischen Stil. Im 16. Jahrhundert griff die reformatorische Bewegung auch auf unser Gebiet über. Sie wurde besonders von den Grafen von Schaunberg, den Herren von Starhemberg sowie den Pollheimern ge­fördert. Damals wurde die Kirche zeitweilig durch Weltpriester betreut. Ihren Höhepunkt erreichten die Wirren für Buchkirchen mit der Erstürmung des Pfarrhofes im Jahr 1595. Wie beim ersten Bauernaufstand von 1525 spielten auch bei späteren Unruhen ähnliche Faktoren eine ent­scheidende Rolle. Einmal waren es evangelischer Übereifer, der sich vom Anliegen Luthers bereits entfernt hatte, zum anderen waren es auch Folgen des Untertanenverhältnisses des „gemeinen Mannes“ zu den Guts­herrn und zum Klerus. Bald nach dem Sturm auf den Pfarrhof kehrte aber wieder Ruhe ein. Um 1600 erbaute man den Ostflügel des Pfarrhofes mit den zwei quadratischen Ecktürmen und Zwiebelhel­men. 1607 und 1643 wurde er bereits ein Raub der Flammen. Nach dessen Wiederherstellung fügte man 1651 den Südflügel nach Planierungs- und Abgrabungsarbeiten an. Die Mitte des Traktes ist durch Giebel und einen rechteckigen Erker betont. Die Ecken des Baues bilden Runderker mit Zwiebelhelmen. Stukdecken, die zum Teil noch aus dem 17. Jahrhundert und aus dem Rokoko stammen, schmücken die Räume.

Besonders sehenswert sind das sogen. „Bischofszimmer“ mit den graziösen Stukarbeiten und einem kostbaren Kachelofen, sowie das „Apostelzimmer“, dessen Decke in der Mitte ein Bild ziert, da die Vermählung Christi mit der Kirche darstellt und von Aposteldarstellungen umrahmt ist. Die Kirche des Ortes wurde im Zuge der Gegenreformation ebenfalls um die Mitte des 17. Jahrhunderts von Pfarrer Jakob Holz (1639 - 1671), einem geborenen Kölner, erneuert und barockisiert. Das alte Hochaltarbild, das eine Szene aus dem Leben des Hl. Jakobus darstellte, und die beiden heute noch vorhandenen Seitenaltarbilder (Taufe und Kreuzigung Jesu) datieren in das Jahr 1798 und stammen von Kremserschmid.

Pfarrer Leopold Rem (1743 - 1765) gab dem Turm eine Kuppel und die Turmuhr. Er förderte außerdem den Obstbau und brachte ihn zu großem Ansehen. Bald bekam die Gegend den Ruf einer erstklassigen Obstgegend. Aber schon vor dem Obstbau betrieb man Weinbau in größerem Ausmaß in Hartberg, der Schnadt, am Hunds- berg und in Mistelbach. Mehrere Urkunden und Urbare berichten von diesem Weinbau. Jedoch soll der Wein im 18. Jahrhundert nicht mehr die Qualität des Apfelmostes erreicht haben. Wir lesen darüber bei einem Ge­schichtsschreiber des Jahrhunderts: „Es wissen aber die dasigen Einwohner den Abgang der Güte des Weins, mit häufig gepreßten Birn- oder Äpfel-Most zu ersetzen, der von Unwissenden oft für guten Ausländer-Wein getrunken wird.“ In fruchtbaren Jahren wurden in manchem Haus 600 bis 2000 Eimer, in schlechteren Jahren aber kaum 100 bis 200 Eimer gepreßt. Besonders guten Zwetschkenbranntwein und Kirschengeist brannten der Überlieferung nach die Pfarrherrn in Buchkirchen und Scharten. Nicht selten trugen die beiden Pfarrer einen „geistigen“ Wettstreit um den besten Schnaps aus. - Der Weinbau wurde in unserer Gegend um die Mitte des 19. Jahrhunderts völlig eingestellt. Heute erinnern nur noch Flurnamen wie „Weilandl“ und „Weibere“ (Weinberge) an die sonnige Vergangenheit. Schade, daß auch das „Mostmacha“ immer mehr abkommt.

Bis in das 18. Jahrhundert bestand ferner in Hartberg eine Wallfahrtsstätte. Es war ein heiliges Waldbründl, der Tännlbrunnen (heute Endl- oder Ählbründl). Die Quelle liegt im oberen Teil des Gödinger Grabens. Eine zuge­wachsene, aber dennoch deutliche Zufahrt ist noch zu sehen. Wo die Fahrt ihren Anfang nahm, standen bis vor einem Menschenalter noch die Reste einer Kapelle. Der Brunnen soll gegen Augenleiden geholfen haben. Am Stephanietag brachte man auch die Pferde hierher und wusch ihre Augen. Von einem besonderen Gnadenbild hat man nie etwas gehört. Der Ritt zum Ählbrunn geht möglicherweise sogar auf vorchristliche Zeit zurück. Neben den religiösen Riten ging es auf solchen Festen auch um das Zur-Schau-Stellen von Tieren, um daraus etwa Zinse und Opfer zu be­stimmen. Das ganze dürfte auch Aspekte eines Pferdemarktes gehabt haben, bevor die Bräuche mit christ­lichem Sinn erfüllt wurden. Von anderen, ähnlichen Wallfahrtsstätten ist bekannt, daß bis zu 2000 und mehr Pferde am Stephanietag sich an solchen Quellen versammelt haben. Die Hartberger Quelle liegt knappe 200 m oberhalb des alten Burgstalls beim Gödingerhof.

Unruhige Zeiten brachten die Franzosenkriege (um 1810) in den Ort. Durchziehende Soldaten raubten, plünderten und schreckten selbst vor Mord und Totschlag nicht zurück. Wo es ging, wehrte sich die Bevölke­rung tapfer. In einem „Franzosenhügel“ sollen erschlagene Franzosen beigesetzt sein. Auch eine „Franzosen- lacke“ im Preisholz und im Ruhrlingerwald erinnern an die Wirren unter Napoleon.

Ab dem Ende des 18., vor allem aber aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts, gibt es auch Aufzeichnungen über die Menschen, ihren Charakter, ihre Wohnungen und ihre Kleidung, wie sie in und um Buchkirchen lebten. Hier seien einige Zitate angeführt: Ulrich Hartenschneider schreibt 1830: die Buchkirchner sind „rüstige und wohlgenährte Leute, sind größten Teils sehr gut und wohltätig, und unterscheiden sich von den Bewohnern des Traunviertels durch eine eigene Tracht und Lebensweise.“ Bei Pillwein kann man lesen: „Menschen von echtem deutschen Blute bewohnen den Kreis; im ganzen genom­men lebhaft, tätig, treuherzig, der Regierung sehr gehorsam, von aller Neuerungssucht entfernt, wohltätig für Arme, Verunglückte .......... Grobe Verbrechen sind sehr selten. Einzelne Rachestreiche und Raufereien gibt es wohl öfters, die werden aber durch die Wachsamkeit der Behörden auch immer weniger.“ Pillwein lobt ferner den „schönen Menschenschlag um Buchkirchen, Wallern, Dachsberg, St. Thomas und Pötting bis Raab.“

Wenig Lob finden dagegen die alten Bauernhäuser des Hausruckviertels. Wir lesen wiederum bei Pillwein:

„Die Bauernhäuser sind meistens Wohnungen von Holz, voll Schmutz, von Außen und von Innen mit niederen Türen und kleinen Fenstern. Sogar die Haustüren erheben sich selten über 4 ½ oder 5 Fuß, obendrein mit einem besondern Obdache niedergedrückt; die Dächer größtenteils mit Stroh, hier und da mit Schindeln bedeckt, ordentlich genagelt, aber mit Steinen beschwert. Jedes Haus enthält eine Menge Abteilungen im Innern, gewöhnlich auch mehrere heizbare Plätze, aber alles ist eben so unordentlich geschichtet, als unbequem, und voll Dampf und Moder. Dazu kommt noch ein geschlossener Hof vor dem Aufrisse des Wohnhauses, und in der Mitte nicht nur der Lagerplatz von allen animalischen Dünger, sondern auch um das Haus ein kleiner Wald von Obstbäumen, der vollends alle Aussicht und jeden freien Luftzug hemmt, nicht selten mit der leichtern Aufsicht gegen Obstdieb­stähle entschuldiget.“

Diese Beschreibung dürfte aber nur zum Teil für die Buchkirchner Verhältnisse zutreffen. Wir erfahren nämlich aus dem Josephinischen Lagebuch von 1887 über den Vermögensstand der Katastralgemeinde Buchkir­chen: “Diese Gemeinde zählet 28 große Baurngüter, welche eines ziemlichen Wohlstandes und Vermögens genießen; auch die übrigen kleineren Grundbesitzer sind nicht arm.“ Es gab damals in Buchkirchen 60 Pferde, 18 Ochsen, 220 Kühe und 224 Schafe; in Hundsham 19 Pferde, 53 Ochsen, 158 Kühe und 139 Schafe; in Radlach 62 Pferde, 8 Ochsen,
181 Kühe und 215 Schafe.

Über das Essen, die täglichen Gerichte, weiß man zu berichten:

„beim Bauersmanne zwei Drittel Mehlspeisen, in der Luft getrocknetes, selbst geschlachtetes Schweinfleisch, Erdäpfel, Kopfkohl und weiße Rüben. Sauerkraut vielfältig als erste Speise aufgetischt. Nur an bestimmten Tagen oder bei schweren Arbeiten gönnt man sich bessere Speisen: Krapfen, Nudel, Braten ec.“

Jedoch wurde jedes erfreuliche Ereignis, jeder wichtige Vorfall im häuslichen Leben nach alter Sitte durch ein Gastmahl ausgezeichnet, wobei sich Verwandte und gute Freunde bei besseren Speisen und Getränken mit allerlei Erzählungen und Scherzen erheiterten: Beim Ausdreschen der Feldfrüchte, beim Taufen der Kinder, bei Eheversprechen, Hochzeiten und Begräbnissen. - Bei Taufen bewirtet der Vater seine Gevatersleute ent- weder im Wirtshaus oder im eigen Hause. Zu Trauungen wird durch einen Prokurator in Begleitung des Bräu- tigams mit abwechselnden Sprüchen geladen. Die Hochzeiten sind meistens mit Musik und mit einem Hoch- zeitsmahl im Gasthaus verbunden. Bei Begräbnissen wird, wo es das Vermögen gestattet, ein Totenmahl mit 3 oder 4 Schüsseln gegeben, und das ganze heißt, man soll den Toten veressen.

Bei ärmeren wird nur Trunk und Brot gereicht, und das heißt man soll den Toten vertrinken. Zehrungen und Taufmähler konnten gelegentlich derart ausarten, daß von Grundherrschaften dagegen eingeschritten werden mußte. Neben dem Schutz der Untertanen mag auch die Erhaltung der Zahlungsfähigkeit von Untertanen für diese Verordnungen eine Rolle gespielt haben. In einer Anweisung der Herrschaft Kremsmünster aus dem Jahr 1699 lesen wir (ausführlicher schon 1587!): Etlichen wiedert denen Unterthannen aller Überfluss, sonderlich in verschwenderischen Zehrungen bei den Kindstaufen und kostbaren weissath bei straff ver­pothen, und hat sich ein ieder diesfalls Bescheidenheit und seinem Vermögen gemäß zu verhalten.“

Doch nun wieder zurück zu den politischen Ereignissen. Einen entscheidenden Wendepunkt zur Bildung der Gemeinde Buchkirchen bildete das Jahr 1848. In diesem Jahr wurde das erste, provisorische Gemeindege- setz vom „Parlament“ beschlossen. Den Weg dahin zeichneten aber verschiedene Reformen von Kaiser Josef II vor. Er war es nämlich, der im Rahmen des Militärwesens sogenannte Konskriptionsgemeinden schuf, um eine bessere Zählung und Erfassung der Wehrtauglichen zu ermöglichen. Der Kaiser ordnete ferner die Anlage von Grundsteuerkatastern an. Dabei sollte das ganze Land neu vermessen und jede Grundparzelle vermerkt werden.

Bei dieser Arbeit wurden Gebiete und Ortschaften zusammengefaßt die oft zu verschiedenen Grundherrschaf­ten gehörten. Es kam also zu „künstlichen“ Grenzen, die ein überschaubares Gebiet zu einer Katastralgemeinde zusammenbanden. Auf dem heutigen Gemeindegebiet von Buchkirchen gab es fünf solche Katastralgemeinden: Radlach, Hundsham, Buchkirchen, Mistlbach und Oberperwend.

Die Grenzbeschreibungen dieser „Gemeinden“ waren aber noch recht umständlich und ungenau. Das läßt sich schon daran sehen, daß gerne als Fixpunkte Zäune, Bäume, Wege, Bäche u.ä. angegeben waren, die entweder verlegt oder ganz verschwinden konnten. Aus der „Haubt-Gräntz-Beschreibung bey der Gemeinde Buchkirchen“ von 1787 sei ein kurzer Ausschnitt wiedergegeben (Grenzbeschreibung zu Puchberg, den Katastralgemeinden Radlach, Hundsham und Mistlbach):

„Diese Gemeinde Buchkirchen hat ihren Anfang bei des Mayrs zu Naich Gehag Eck, alwo Puchberg herzu­messet, und gehet zwischen den Ensberger Feldern in den Anger hinüber, bis an des Weeber Lukermair Wisen, dan nach den Wasserschluechten (?) hinein, bis an des Baulehner Grabn, links nach den Graben hinauf, bis an den Mitterweeg des Baulehner Zaun, weiters links, nach den den Farthweeg auf Hörling, dan in der Hörlingergassen fort, gegen der Eglseer Kreizsäulen, nach disen bis an des Hh. Pfarrers Holz- weeg, und in solchen fort bis an des Oberwürths Gattern, von da aus nach des Pflanzgartner Garten, und Oberwürths Zaun hinauf, bis an des Hanslehner Zaun Eck, dan hinterhalb des Pflanzgartner und Graber­haisl hinüber, und zwischen des Hanslehner Wisl, da Hh. Pfarrers Point hinab bis an Holz Andreas Haus­garten, ferners hinterwärts disen Haus herum, nach den Grabn hinab, bis an des Oberwürths Holzgat­tern, von da nach des Holz Andreas sein Gehag hinab, bis an des Hh. Pfarrer Grabn, nach dessen Holz hinauf bis an des Temlers Stigl, also von anfang bis Ende rechts Buchkirchen, und links Rädlach zu messen hat. Weiters gehet es von des Temlers Stigl, bis an die Neirerstigl, und von solcher nach den Graben ausser des Holzes fort, bis an den Neirergattern, so nach rechts in den Nidermairholz und Gehag fort, bis an des Nidermair Holzstigl, an das Eck hinab, und nach des Jägl in Gugenberg sinen Zaun hinauf, dan den Graben nach bis an den Stinglgattern, sonach in den Buchkirchner Weeg hinab bis an des Kramers Schrankbaum, von da nach des Benedickt Gehag hinüber und nach disen fort bis zu dessen Eck, dan in schmallen Anger schnurgerade zwischen den Hundshamer Feldern hinab, bis an des Kernfelber. Von da nach den Wasserlauf und Öbler Zaun fort, bis an des Angerer Rosswisl Eck, von dort aus nach den Gehag, und in den schmallen Anger zwischen des Brunmayr und Schockfeldern hinauf bis an die Hundshamer Strass, lengst der Eppinger Buchkirchner Strass, in solcher fort bis an des Kristlwagner Feld, und nach des Wimers Zauneck nach seinen Zaun, und andern Zäunen in Eppinger Feldweg und Anger durch aus fort, nach des Obermoser Hausgarten Zaun hinein bis an dessen Gassen Eck. Von da nach der Gassen hinüber bis zu dessn Feldgattern in der Buchkirchner Strass, dan über die Strass hinüber, nach disen Ober­moserwisen, nach den Zaun und Gehag hinaus bis an dessen Gehag-Eck hinein, nach solchem Gehag fort bis an den Brodwisbach und nach disen hinauf bis zu des Nidermoser Schwöll, dan über die Schwöll hinüber bis an des Merkermair Wisl, von da aus nach des Nidermosers und anderen Wisen hinüber bis an des Spengeneder Wisengattern, von disen zwischen des Nidermoser und Spengeneder Feldern in den Anger und Wasserlauf hinaus, bis an des Spengeneder Holz, dan ausserhalb desselben nach den Zaun hinauf, und nach dessen Hausgarten Zaun in den Anger fort bis an des Spengeneder Welser Strass.....“

- Selbst dem Ortskundigen ist es nicht mehr möglich, nach diesen Angaben den exakten Grenzverlauf abzu­stecken.

Unter Kaiser Franz I. kam es in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts erneut zu einer exakteren Landver­messung und Steuerregelung. Die umfangreichen Aufzeichnungen aus den Katastralgemeinden Radlach, Hunds­ham, Buchkirchen und Oberperwend, sind im Franziszeischen Grundsteuerkataster festgehalten.

Die Aufhebung der bäuerlichen Untertänigkeit und die Grundentlastung im Jahr 1848 erforderte endgültig neue Verwaltungseinheiten. Sie ermöglichte die feste Bildung der Bezirkshauptmannschaften, der Bezirksgerichte, die an die Stelle der zahlreichen herrschaftlichen Gerichte traten, und am 17. März 1849 durch ein Landesge­setz, das provisorische Gemeindegesetz, die Schaffung der freien „Ortsgemeinden“. Die älteren Katastralge­meinden Radlach, Hundsham, Buchkirchen, Mistlbach und Oberperwend wurden danach zur „Ortsgemeinde“ Buchkirchen zusammengefaßt. Erst dieser Zeitpunkt kann als die Geburtsstunde der Gemeinde Buchkirchen angesprochen werden, obwohl der Wirkungskreis der Gemeinde anfänglich noch recht unbedeutend war. Erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts konnte auch der Bewohner von Hundsham sagen, daß er „Buchkirchner“ ist. Zur Zeit der Reformation z.B. wäre es noch undenkbar gewesen, daß sich ein Bewohner von Hundsham als Bewohner einer „ Gemeinde“ Buchkirchen bezeichnet hätte. Er stammte vielmehr - wie uns Dokumente sagen - aus „Huntzhaym in Starhennberger gericht und Puechkirchner pfarr“. Für das späte Mittelalter und die begin­nende Neuzeit war also der Kirchenort bzw. die Pfarre das, was über die einzelnen Ortschaften hinaus, die nicht selten zu verschiedenen Grundherrschaften gehörten, Zusammenhalt brachte. Als erster Gemeindevorsteher wurde Josef Lettner aus Radlach gewählt; er war 10 Jahre Bürgermeister.

Im Jahr 1851 wurde die Kirche des Dorfes mit einer Orgel von Orgelbauer Simon Hötzel ausgestattet. Die Orgel tut heute noch ihre Dienste. Im gleichen Jahr gründete Josef Ettinger die Musikkapelle. Am 19. Juli 1885 zerstörte ein Großbrand in Hundsham 15 Häuser.

In den Jahren 1889/90 wurde das Gotteshaus durchgreifend erneuert. 1893 stattete man es mit einem neuen Hochaltar, dem das alte Gemälde von Kremserschmid weichen mußte, aus. Der Entwurf des Altars stammte von Johannes Maria Reiter aus Hall in Tirol, ausgeführt wurde die Arbeit von Kunststeinmetz Leopold Seeber aus Innsbruck in Laaser- und Trientiner Marmor. Die Kosten beliefen sich auf 7.027 fl. (Gulden).

Nach Vorarbeiten im Jahr 1901 wurde 1902 mit dem Bau eines Gemeindehauses begonnen, das im Oktober desselben Jahres bezugsfertig war. Die Kanzlei war davor im Merkermairgut untergebracht, wo sich auch der Gemeindearrest befand. Die Arbeiten vollführten größtenteils ortsansässige Betriebe. Die Kosten betrugen 29.000 Kronen. Im selben Jahr waren 1500 Mann und 50 Offiziere der Tiroler Kaiserjäger vom 4. - 12. August in Buchkirchen, Hunds­ham, Epping und Niedergrafing einquartiert. Die Stabsoffiziere mit dem Hauptmann der 1. Klasse Sr. Kaiser- liche Hoheit, Herrn Erzherzog Josef Ferdinand Salvator, logierten im Pfarrhof. Jeden Abend konzertierte in Steinbachs Gastgartenveranda (Haus Nr.4) ein Streichorchester. Eine weitere Einquartierung von Kaiserjägern erfolgte 1904. Die Soldaten wurden auch diesmal von der Bevölkerung freundlich aufgenommen und durch Konzerte der 35 Mann starken Regimentskapelle entschädigt. Das Jahr darauf brannte das große dampfbetrie- bene Sägewerk an der Saherbruck ab. Dem großen Einsatz der Bevölkerung war es zu verdanken, daß das Holz- lager nicht Feuer fing und eine große Katastrophe für das Dorf verhindert werden konnte. Der alte Name für den Bach, an dem das Sägewerk stand, war Saherbach, - was „übersetzt“ soviel wie „Sumpf- bach“, „Schilfgrasbach“ heißt. Die Wiesen um den Bach sind heute noch feucht; und wer kennt nicht das „Gröhred“ mit seinem Schilf.

Der erste Weltkrieg (1914 - 1918) brachte großes Leid und Not über die Gemeinde. Er forderte 97 Tote. 1917 mußten auch die alten Glocken der Pfarrkirche „an die Front“.
Der Chronist berichtet am 20. Februar darüber:Gestern hat auch unser Gotteshaus ein Kriegsopfer gebracht. Mittag war es, die Uhr schlug 12, die Glocke rief zum Gebet. Das Gebet war beendet, die Glocke aber läutete weiter und dann eine andere und dann alle vier. Es war das Zeichen, daß auch für sie die Stunde des Abschieds geschlagen hat ...... . Da die große aus Gußstahl und daher „zum Kriegsdienst untauglich“ war, wurde die zweitgrößte, die „Zwölferin“ beansprucht. Sie trägt die Inschrift: ‘Heiliger Jakob, pitt für uns. Melchior Schorer in Linz goss mich Anno 1705’. Nebst Ornamenten weist sie an Bildern auf: Christus am Kreuz; Hl. Jakobus; das Kremsmünsterer Stiftswappen; Abt Martin III. Mit der Zwölferin mußte die 4. Glocke, das Zinnglöcklein geopfert werden. Dessen Inschrift lautet: ‘Andreas Grohe goss mich in Wals Anno 1776’. Als Bilder be­finden sich darauf: die Mutter Gottes, der Hl. Florian und Johann von Nepomuk. Heute Mittag wurden die beiden Glocken auf den Wagen gehoben, mit Tannenreisig geziert und unter dem Geläute der zwei zurück-gebliebenen Schwestern zum Bahnhof Haiding geführt. Von der Filialkirche in Mistelbach werden morgen die zwei größeren Glocken herabgenommen.“

Nach dem Krieg erhielt die Gemeinde im Jahr 1919 das elektrische Licht.
Vom Inflationsjahr 1920 weiß der Schulchronist zu berichten:„Das Jahr 1920 brachte Deutsch-Österreich große Not, wahnsinnige Preise und Verarmung........ . Überall blühen der Schleichhandel, und das Schie- bertum entwickelt sich immer mehr..... . Wir sind bei fast allen Gegenständen des Bedarfs von der Einführ aus dem Auslande abhängig und die Teuerung hätte vielfach noch weitere Fortschritte machen müssen, wenn nicht die Regierung durch Zuschüsse aus den Staatsmitteln die wichtigsten Lebensmittel weit unter den Gestehungskosten an die Bevölkerung abgegeben hätte. Die furchtbare Teuerung, von der wir heim- gesucht sind, zeigt sich am deutlichsten im Vergleich der Preise der wichtigsten Bedarfsartikel von 1914 und heute: der Preis des Mehls stieg auf das 130fache, der des Fettes auf das 80fache, des Fleisches auf 50fache, der Kartoffeln auf das 90fache, des Brennholzes auf das 50fache, ein paar Schuhe kostert 60mal und ein Hemd 130mal mehr als vor dem Kriege, während ein Herrenanzug , der damals 50 Kronen kostete, heute kaum um 7000 Kronen zu haben ist.“ - Die Kirche bekam aber in diesem Jahr wieder ihr volles Geläute. Die Geldknappheit wir in diesem Jahr so groß, daß sich die Gemeinden veranlaßt sahen, selbst Geld zu drucken, das sogenannte „Notgeld“. 1925 wurde die erste Autobuslinie von Wels nach Aschach über Buchkirchen eröffnet. Am 4. Juni desselben Jahres suchte ein gewaltiges Unwetter das Gemeindegebiet heim und vernichtete in einer Breite von ca. 2 km alle Frucht. „Es ist“, schreibt der Chronist, „als ob ein Kriegsheer mit Mann, Roß und Wagen über die Fluren hinweggezogen käme und alles in den Boden getreten und zerstampft hätte.“

Am 12. März 1938 marschierten in unsere Gemeinde die deutschen Truppen ein und besetzten sie; es war das Infantrieregiment Nr.41 aus Amberg. Der Krieg brachte unzähliges Leid über die Gemeinde; sie hatte 120 Ge- fallene und 80 Vermißte zu beklagen. Bei einem Teppichabwurf von Splitterbomben gab es am 25. März 1945 11 Tote und zahlreiche Verwundete. Häuser erlitten während des Krieges keine allzugroßen Schäden. Aller- dings wurden nach Kriegsende 18 Bauernhäuser geplündert.

Nach dem Krieg setzte eine rege Bautätigkeit in der Gemeinde ein; zahlreiche Wohnhäuser wurden erneuert oder errichtet.

An öffentlichen Bauten sind hier zu nennen:
 
                        ~ Schulen (Volksschule und Hauptschule) 
                        ~ Kindergarten 
                        ~ Amtshaus 
                        ~ Aufbahrungshalle 
                        ~ Sportanlagen 
                        ~ Kanalisation 
                        ~ Friedhof 
                        ~ Mehrzweckgebäude 
                        ~ Wasserleitung 
                        ~ Neubau und Staubfreimachung von Straßen

Heute zählt Buchkirchen zu den aufstrebenden und fortschrittlichen Gemeinden, die Altes und Neues in rechter Weise zu verbinden weiß.

 

Die Pfarre

Im „Hundertjährigen General-Schematismus des geistlichen Personalstandes der Diözese Linz 1887“ und im Ergänzungsband von 1916 ist zu lesen:

„Buchkirchen (Puechchirichen) am Schotterbache (vulgo: Saherbach) dem Benedictiner-Stifte Kremsmünster incorporiert. Anstatt der hölzernen wurde anno 1130 eine Kirche aus Stein gebaut, welche anno 1179 als Pfarrkirche aufscheint. Nach dem Brande anno 1450 wurde die dermalige in ihren Grundformen gotische Kirche gebaut und anno 1666 modernisiert. Die Pfarrmatriken beginnen anno 1597.

Seelenzahl:
1800: 2019 K. 538 Ak.
1885: 1991 K. 420 Ak.

Filialkirche Mistelbach:

Mistelbach zählt zu den ältesten Orten unseres Landes. Die erste Kirche war dem Hl. Johannes dem Täufer geweiht und befand sich am „Mistlberg“.  Dieser Platz auf der Anhöhe und der Patron lassen darauf schließen, dass in Mistelbach die Taufkirche für die gesamte Umgebung stand. Sie war die Mutterpfarre des Traungaues und als solche ein bedeutendes Zentrum des kirchlichen Lebens. Zu ihrem Sprengel gehörten damals u. a. Sierning, Naarn, Schönering und Linz mit den Zehenten von Katzbach, Puchenau und Krenglbach.
Im Jahr 985 hielt Bischof Pilgrim von Passau in Mistelbach eine Synode ab. Es wurden die kirchlichen und pfarrlichen Verhältnisse geregelt sowie Pfarrgrenzen wurden neu festgelegt. Daraus lässt sich wohl  die große Bedeutung des Ortes Mistelbach in der damalige Zeit erahnen. Aus der 1. Hälfte des 11. Jh. stammt die früheste handschriftliche Überlieferung der Synode zu Mistelbach (mistilpahc).
Um 1300 war diese Kirche jedoch verfallen.  Bald danach wurde von den Grafen von Schaunberg eine neue Kirche gebaut und der Hl. Margaretha geweiht. Im 17. Jhdt. wurde diese abgerissen und eine neue Kirche am jetzigen Standort (an der Mistelbacher Straße) in der jetzigen Bauweise errichtet.
Die heutige  Kirche hat einen barocken Kern und zeigt sich im wesentlichen im Gewand des späten 18. Jhdt.  Martin Johann Schmidt , auch Kremser Schmidt genannt, malte (1770-1790) das Hochaltarbild (Kreuzigung mit Maria Magdalena; oben: Margareta v. Antiochien).   Prälat Domprobst Anton Pinzger aus Linz weihte am 29. September 1907 die vier Glocken der „Immaculata“, dem „Hl. Josef“, der „Hl. Margareta“ und der „Hl. Theresia“ mit darauffolgender Jause im Schlosse Mistelbach unter dem  Direktor der Haushaltungsschule Domvikar Mathias Hiegelsperger – er baute in den nächsten Jahrzehnten die Kirche zu einem Schmuckstück aus. Der erste Weltkrieg (1914 - 1918) brachte großes Leid und Not über die Gemeinde. Im Februar 1916 nahm der Krieg der Mistelbacher Kirche 3 Glocken, sie wurden zu Kriegsmaterial eingeschmolzen. Für die neu angeschafften Glocken spendeten die Bewohner der Umgebung von Mistelbach wieder sehr viel. In aller Stille weihte sie am 11. November 1920 Kanonikus Hiegelsperger. Auch der zweite Weltkrieg beraubte das Kirchlein neuerlich seiner Glocken. Bei der Glockenweihe am 20. November 1949  wurden die „Hl. Josef- und  Hl. Theresia -“ Glocken vom Abt des Stiftes Lambach, P. Lambert Zauner unter Assistenz vieler Geistlicher (u.a. Karmeliter) bei einem großen Fest eingeweiht. Durch einen Sprung beim Gießen der Glocken und da die Glockengießerei St. Florian so viele Bestellungen hatte, wurden die „Hl. Margareta- und Immaculata -“ Glocken nicht fertig und auf den Tag 4 Monate später wurden diese vom damaligen Bischof-Koadjutor DDr. Franciscus Salesius Zauner während eines Pontifikalamtes geweiht.

GLOCKENWEIHE IN MISTELBACH am 20. November 1949

Weihe der „Hl. Josef- und  Hl. Theresia -“ Glocken mit Abt des Stiftes Lambach,

P. Lambert Zauner unter Assistenz vieler Geistlicher (u.a. Karmeliter) - Fotos von Johann Haider, Fotograf, Traun. Durch einen Sprung beim Gießen der Glocken und da die Glockengießerei St. Florian so viele Bestellungen hatte, wurden die


„Hl. Margareta - und Immaculata -“ Glocken nicht fertig und auf den Tag 4 Monate später wurden diese vom damaligen Bischof-Koadjutor DDr. Franciscus Salesius Zauner während eines Pontifikalamtes geweiht.

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Auf dem Anhängervon links: Wilma Kellermayr (Steiner), Theresia Bauer (Ammer), Anni Gruber (Lenzeder), Hermine Bauer (Lehner) vulgo Gugelsberger
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Juliane Gruber
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Maria Breitwieser
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Am 18. Juli 1953 wütete über Mistelbach ein orkanartiger Sturm. Das Turmdach wurde schwer beschädigt, eine gründliche Reparatur unumgänglich.   Der Turm, das Dach und Außenfassade wurden 1973 restauriert.   Die Bevölkerung ist mit Recht auf ihr Kleinod, die historisch bedeutsame Mistelbacher Kirche, die sich nun wieder im neuen Kleid zeigt, stolz.   Ein Brand verwüstete den Innenraum:
1979 wurde der Innenraum der Kirche durch einen Schwellbrand schwer beschädigt. Mit großer Unterstützung der Mistelbacher Bevölkerung konnten die Schäden beseitigt, der Innenraum wieder hergestellt bzw. restauriert werden. Der linke Seitenaltar sowie die Kanzel wurden jedoch zur Gänze durch den Brand zerstört. Die neu angekaufte Weihnachtskrippe ist aus einer Tiroler Schnitzschule (lt. Johanna Holzmüller früher Schwester Klothilde). Die Figuren hat Herr Prof. Rudolf Geisler-Moroder geschnitzt (Geisler-Moroder in Elbigenalp, Hausnr. 63, 6652 Elbigenalp, 05634-6215 oder 6772,  Lechtal-Nordtirol).   Eine Generalsanierung ist notwendig. Feuchtigkeit und Nässe haben in den letzten Jahren dem Mauerwerk stark zugesetzt. Um weitere Schäden bzw. die Feuchtigkeit, die sich natürlich auch in den Innenraum der Kirche ausbreitet, aufzuhalten, ist eine Trockenlegung der Außenmauern dringend notwendig geworden. In mehreren Schritten soll es zu einer Generalsanierung des gesamten Gebäudes einschließlich Dach und Fassade kommen - unter Pfarrer Mag. Arno Jungreithmair im Jahr 2006 begonnen. Zum Fest der Kreuzerhöhung am Sonntag, 14. September 2008um 9.30 Uhr wurde ein Festgottesdienst mit Pfarrer Konsistorialrat Hubert Habermaier und Pater Arno Jungreithmair in der Kirche Mistelbach gefeiert (Pater Honorius Aigner) – Ehrung von Aloisia Gruber für 65 Jahre Orgelspiel. Anschließend gemütlicher Frühschoppen mit der „Bradlpartie“ im Schloss Mistelbach- Dank an Ing. Marianne Schätz Direktorin der ÖKO Wirtschaft & Design Landw. Berufs- und Fachschule Mistelbach. Für Speis und Trank war gesorgt-Kastenbraten, Gulaschsuppe, Mehlspeisenbuffet, Schlossbar (KMB), Bausteinverkauf mit Verlosung (Torte mit Foto Kirche Mistelbach).   Der Abschluss der Renovierungsarbeiten (außen und innen) der Kirche wird am  7. Juni 2009 gefeiert.

 

 

 

Liste der Pfarrer von Buchkirchen (Pfarrvikare):

 

 

P. Alexander Adde 1783 - 1799
P. Jakob Kopisi 1799 - 1800
P. Carl Lachberger 1800 - 1818
P. Erenbert Richter 1819 - 1825
P. Theophilus Ettinger 1825 - 1828
P. Johannes B. Richter 1828 - 1836
P. David Landsmann 1836 - 1838
P. Martin Karlsberger 1838 - 1846
P. Franz Weideker 1847 - 1873
P. Bonifaz Grubhofer 1874 - 1878
P. Mauritius Stöger 1878 - 1890
P. Alan Preinfalk 1890 - 1907
P. Silvester Schachner 1907 - 1932
P. Florian Groiß 1933 - 1942
P. Raimund Gruber 1943 - 1950
P. Eberhard Langeneder 1950 - 1995
Konsistorialrat P. Mag. Christian Haidinger 1995 - 2005
P. Mag. Arno Jungreithmair 2005 – 2007
Konsistorialrat P. Hubert Habermaier (Pfarrprovisor)
und Pater Honorius Aigner (Aushilfe)
2007 – 2009
2007 – 2012
Konsistorialrat P. Mag. DI Gotthard Niedrist OSB
(Pfarrprovisor), Forstmeister und Subprior im Stift
Kremsmünser
2009 – lfd.

Dazu immer Cooperatoren und Hilfspriester

Mistelbach
(aus der Chronik der Haushaltungsschule zu Mistelbach)

Neben den schon aus der Römerzeit bekannten Orten gehört Mistelbach mit zu den ältesten Ansiedlungen unseres Landes. Nach den Verwüstungs- und Raubzügen der Magyaren, denen Kaiser Otto der Große in der Schlacht auf dem Lechfelde 955 ein Ende machte, konnten die entvölkerten Gebiete Ober- und Niederöster­reichs wieder von deutschen Kolonisten besiedelt werden, und schon in den Anfängen dieser Siedlungstätig­keit wird Mistelbach genannt.

So kam Bischof Pilgrim von Passau 985 in unser Land, um alles neu zu ordnen. Er hielt in Mistelbach eine Synode (=Kirchenversammlung) ab, in der er die Begrenzung der Pfarren von Linz, Narrn, Sierning, Schöne­ring und Krenglbach, sowie deren Einkünfte und Rechte neu festgesetzt wurden. Die Gegenwärtigen mußten einen heiligen Eid schwören, daß sie der Wahrheit gemäß aussagten, was ihnen über die zu den Kirchen gehörenden Zehente bekannt war.

Rupo, Eigil, Mimilo, Mazili, Diotrich, Hakko, Marchwart, Ernust, Gumpo, Wolfker, Ellingert, Reginger, Eccho, Walto, Altmann, Gero, Izo, Reginhart, Azili, Herzemann und Zakko waren die Zeugen der Verhandlung. Es fehlt jede Andeutung in der Chronik, wer diese Männer waren, deren Namen uns überliefert wurden; ob Ritter oder Bauern, ob Priester - ob Laien, ehrwürdig bleiben sie für uns als die Namen derer, welche selbst schon vor einem Jahrtausend daselbst weilten. Mistelbach - das steht fest - muß damals ein bedeutender Ort gewesen sein, wenn er zur Abhaltung einer Synode auserwählt wurde, und es ist als sicher anzunehmen, daß dieses fruchtbare Fleckchen Erde besiedelt war, und darselbst eine Kirche bestand. Diese Kirche war dem Hl. Johannes dem Täufer geweiht.

 

Im Stiftsarchiv zu Kremsmünster ist gar zu lesen, daß Mistelbach früher die Mutterkirche von Buchkirchen gewesen ist. Wahrscheinlich aber war es die Taufkirche, auch für alle übrigen Pfarren im Umkreise. In den alten Zeiten bestanden ja neben den eigentlichen Pfarrkirchen eigene Taufkirchen und daß Mistelbach eine solche war, darauf weist allein schon der Kirchenpatron Johannes der Täufer hin. Auch der Standort spricht dafür: Die Kirche stand nämlich auf der Höhe neben dem Gutshof, und dieser Platz war wohl schon längst vorher Opferstätte der heidnischen Bewohner, die dort dem Sonnengott huldigten. Am Tag der Sommersonnenwende entzündete man ihm zu Ehre Feuer. Die Kirche übernahm diesen Brauch und am Geburtstag des Hl. Johannes des Täufers, eben am 24. Juni, konnte dieser Festtag der heidnischen Götzen nun auf geweihtem Platze mit einem christlichen Gottesdienst und Beibehaltung des Sonnwendfeuers zu Ehren des Vorläufers Christi begangen werden. Zugleich wurde damit verhütet, daß die unbekehrt gebliebenen dort ihren Götzendienst fortsetzten. Drittens spricht für den Bestand einer Opferstätte auch der Name „Mistel“: hatte sie doch bei den Götzenopfern der Heiden große Bedeutung.

Schon frühzeitig erhob sich neben der Kirche eine Veste, nach der sich ein adeliges Geschlecht nannte, wohl ein Dienstadel. Ein Heinrich von Mistelbach kommt von 1170 an wiederholt in alten Schriften vor; er war ein angesehener Edelmann. Mistelbach gehörte den Bischöfen von Passau und von diesen erhielten es die Grafen von Schaunburg als Lehen. Die Schaunburger wieder übergaben Mistelbach sowie andere Güter und Herrschaften zur Verwaltung oder zur Belohnung für geleistete Dienste an andere Edelleute. So finden wird 1343 Mistelbach - damals mit vielen weiteren Besitzungen - im Besitz eines Jakob Strachner. Unter Hertwig Strachner wurde die Kirche zu Ehren der Hl. Margareta geweiht. Stand sie noch nordwestlich von der dermaligen Margaritenkirchen, die um 1650 gebaut worden ist - mehr am Fuß des Hügels oder nahe am Schloß? Als nächster Besitzer Mistelbachs scheint ein Veit der Anhanger auf und denn Siegmund Kirchberger. Herzog Friedrich - der spätere Kaiser Friedrich IV. - schiffte sich 1436 mit großem Gefolge in Triest zu einer Wall- fahrt nach Jerusalem ein. Der junge Graf Bernhard von Schaunburg war dabei und als dessen Begleiter und Be- schützer eben dieser Siegmund Kirchberger, der am Hl. Grab zu Jerusalem den Ritterschlag erhielt. Die Kirch- berger walteten mit aller Umsicht und waren tüchtige und tatkräftige Herren auf Mistelbach bis zu ihrem Aus­sterben 1501. Da übernahmen die Schaunburger Mistelbach wieder selber und es dürfte zu ihren liebsten Be­sitzungen gehört haben. Nach dem Tode des letzten Schaunburgers Wolfgang 1559, ging Mistelbach an die Starhemberger über, dann an Karl Freiherrn von Gera, dem Siegmund Adam von Traun folgte, dann Wolfgang von Pollheim, dann Gregor Hack von Barnimb, dann Eleonore Turmanovic, dann Adam von Kauthen, dann Freiherr Franz Wenzel von Rumerskirch. Auf die einzelnen Besitzer näher einzugehen, würde den Rahmen dieser Schrift sprengen.

1772 bis 1887 wir Mistelbach Familienbesitz der Grafen Firmian. Ein Brand zerstörte 1860 den Meierhof und äschert ihn ein. Es konnte nichts ausgebracht werden: Die Hofseite versperrte das Feuer und Seite mit den Stallungen der bis zur Mauer reichende Teich. Alles, was an Vieh und Gerätschaften vorhanden war, wurde ein Raub der Flammen. Etwas vergrößert wurde der Meierhof wieder neu errichtet, aber die Verschuldung des Besitzes führte 1884 zur Übernahme desselben durch den O.Ö. Volkskredit-Verein.

Dieser verlegte noch im selben Jahr eine im Schloß Rannariedl an der Donau bestehende Haushaltungsschule in das Schloß Mistelbach. 1889 wurde das Schloß renoviert und bei einem Umbau 1946 der baufällige Turm abgetragen. Seit 1978 ist das Schloß nun mit der darin befindlichen „Landwirtschaftlichen Fachschule des Landes Oberösterreich, Fachrichtung Hauswirtschaft,“ im Besitz des Landes Oberösterreich. Die Schule wurde seit ihrem Bestehen bis vor wenigen Jahren noch von Schwestern von Hl. Kreuz geleitet.

Heute steht die Fachschule unter Leitung des Landes OÖ

 

Von der Jagd

Das Jagdrevier Buchkirchen ist 3220 ha groß, der Waldanteil beträgt etwa 10 % und bis auf eine kleine Arron­dierung mit Puchberg sind die Gemeindegrenzen zugleich auch Jagdgrenzen.
Nach Erlaß des O.ö. Jagdgesetzes 1895 wurde das Revier an verschiedene auswärtige Jagdersteher verpachtet. Im Jahre 1912 wurden noch 51 Rehe, 1350 Hasen, 602 Fasane und 640 Rebhühner erlegt. Es war immer ein Revierjäger angestellt. Um 1927 wurde das Revier vollkommen ausgeschossen und es war so gut wie kein Wildbestand mehr vorhanden. Seit 1949 ist die Jagd einem einheimischen Konsortium anvertraut und Jagd- leiter ist Herr Herbert Bauer.

Heute ist das Jagdrevier Buchkirchen noch ein gutes Niederwildrevier und es werden folgende Wildarten be- jagt: Rehe, Hasen, Fasane und Wildenten; an Raubwild: Füchse, Dachse, Marder, Iltisse und Wiesel.

Leider hat die moderne Zeit auch im Revier Buchkirchen ihre Spuren hinterlassen. Der starke Verkehr fordert seine Opfer auch unter den Tieren, Bäche wurden reguliert, Straßen neu trassiert, Wiesen umgebrochen, Bauland geschaffen und so die Äsungsflächen arg vermindert. Der Rehbestand mußte in den letzten Jahren den Äsungsflächen angepaßt und stark dezimiert werden. Rebhühner werden wegen der ungünstigen Lebensbe- dingungen immer weniger und deshalb seit Jahren nicht mehr bejagt. Rotklee gibt es kaum mehr, sodaß die Lebensbedingungen auch für die Hasen immer problematischer werden und die Hasenbestände sehr im Abnehmen begriffen sind. Unsere einstmals so gute Kreisjagd wird nur mehr alle zwei Jahre bejagt.

GELDINSTITUTE

Die Raiffeisenkasse

Am 15. Dezember 1889 unterzeichneten 7 Männer das Protokoll der Gründungsversammlung eines Vorschuß­kassenvereines für die Ortsgemeinde Buchkirchen. Diese Firmenbezeichnung wurde einigemale geändert und die ersten Kassengeschäfte tätigte man im Gastzimmer des Gasthauses Peter Steinbacher in Buchkirchen 4. Später erhielt der Verein einen eigenen Raum im gleichen Hause und 1936 konnte in 2 Räume im 1. Stock ge­zogen werden. Geschäftsstunden waren nur Mittwoch nachmittags und Sonntag vormittags; erst 1964 wurde auf Tagesverkehr umgestellt. Ein eigenes Kassengebäude konnte bald darauf bezogen werden. Der ständig stei­gende Geschäftsumfang machte 1978 einen Zubau notwendig und heute steht der Raika Buchkirchen ein Bankgebäude zur Verfügung, das allen Anforderung eines modernen Geschäftsbetriebes gewachsen ist.

Obmann ist nun Herr Lehner Josef, Kassenführer ist Herr Oberbauer Gerald.

Die Sparkasse

 Unsere seit 1978 im Haus Buchkirchen 59 bestehende Sparkasse war eine Zweigstelle der Sparkasse in Wels, dem größten und ältesten Geldinstitut im Bezirk. Durch Fusion der Sparkasse Wels mit der Allgem. Sparkasse wurde auch die Filiale Buchkirchen zu einer Nebenstelle der Allgemeinen Sparkasse. Das komplette Angebot eines großen Geldinstitutes ist ein Vorzug der Allgem. Sparkasse, deren Filialleiter bisher waren: Wilhelm Humer, Gerhard Schwaiger, Gerhard Poitinger